Juniorwahl an der Hans-Prinzhorn-Realschule


 
Was für volljährige und damit wahlberechtigte Bürgerinnen und Bürger meist eine Selbstverständlichkeit darstellt, sollte in der letzten Woche vor der Europawahl an der Hans-Prinzhorn-Realschule eine spannende Simulation des demokratischen Wahlakts werden.
Zum dritten Mal nahmen Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 7-10 neben weiteren  2.760 Schulen landesweit sowie aus europäischen Nachbarländern an der Juniorwahl  teil. Gefördert wird das Projekt von der Zentrale für Politische Bildung sowie dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Voraussetzung waren dabei natürlich eine entsprechende unterrichtliche Vor-bereitung, die Einrichtung eines Wahlvorstandes und eine realitätsgetreue Nachahmung des Wahlaktes mit versiegelter Urne, Stimmzetteln und Wähler-verzeichnissen.

Insbesondere die Einführung der Mitschüler in die Wahl als ihr demokratisches Grundrecht stand an der Realschule im Vordergrund. Der Differenzierungskurs Sozialwissenschaften Jhg. 8 richtete einen Info-Stand zur Europawahl ein, an dem über die Bedeutung des Europäischen Parlaments umfangreich diskutiert wurde. Daneben engagierte sich der Sowi-Kurs 10 als Wahlhelfer, wobei den Schülerinnen und Schülern die besondere Bedeutung des Ehrenamtes bewusst wurde: "So eine Wahl macht jede Menge Arbeit", bemerkte ein Schüler.
Am Wahltag selbst betraten die Jugendlichen fast etwas ehrfürchtig mit ihren Wahlbenachrichtigungen und Schülerausweisen den eigens dafür vorbereiteten Wahlraum, um sich beim Wahlvorstand registrieren zu lassen. "Seit den Osterferien beschäftige ich mich ständig mit dem Gedanken, wen ich bloß wählen soll", berichtete eine Schülerin etwas aufgeregt. Auch in den Elternhäusern wurden politische Diskussionen ausgelöst. So erzählte ein Schüler stolz, dass er durch sein Vorbild sogar seine Eltern zur Wahl am Sonntag bewegen konnte.
Die Wahlbeteiligung an der Juniorwahl lag bei insgesamt 72% und damit etwas höher als in Deutschland bei der Europawahl. "Die Juniorwahl zeigt, dass sich Jugendliche für Politik interessieren", schlussfolgert ein Schüler und ein anderer ergänzt: "Ich fühlte mich durch die Teilnahme an diesem Projekt in meiner Meinung wert-geschätzt." Interessant war für die Kurse in diesem Zusammenhang eine entsprechende Analyse der Junior-Wahlergebnisse, die auf der Homepage des Projekts einsehbar sind und z.T. ähnliche Verschiebungen wie bei der Europawahl zeigen: "Für uns Jugendliche stehen Umwelt und Tiere noch immer deutlich im Vordergrund", bilanziert dazu eine Schülerin.

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